Hintergrund: Wozu ist ein Sprachzertifikat überhaupt gut?

Mit einem Sprachzertifikat belegen Sie, dass Sie die deutsche Sprache bis zu einem gewissen Grad beherrschen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie zum Beispiel einen Aufenthaltstitel in oder ein Visum für Deutschland beantragen wollen. Die Ausländerbehörde benötigt in vielen Fällen einen Nachweis darüber, dass Sie Deutsch sprechen.

Wie gut Ihr Deutsch dabei sein muss, hängt von Ihren Zielen ab. Also davon, was Sie in Deutschland vorhaben. Kommen Sie:

  • zum Arbeiten, Studieren oder 
  • leben Sie bereits in Deutschland und wollen sich nun dauerhaft niederlassen

Im Weiteren gehen wir auf darauf noch genauer ein.

In erster Linie geht es beim Sprachzertifikat darum, dass Sie sich leicht in die Gesellschaft integrieren. Das geht nur, wenn Sie die Sprache auch sprechen. Sind Sie besonders ehrgeizig und lernen schnell Deutsch oder haben Sie bereits im Vorfeld gut oder sehr gute Sprachkenntnisse erlangt, kann Ihnen das zudem den Weg zum Aufenthaltstitel erleichtern.

Hinweis: Besondere Integrationsleistungen

Bei besonderen Integrationsleistungen macht der Gesetzgeber bei den Voraussetzungen für Aufenthaltstitel wie die Niederlassungserlaubnis oder der Einbürgerung Abstriche. Gute bis sehr gute Deutschkenntnisse stellen eine besondere Leistung dar. Die geforderte Mindestaufenthaltsdauer wird verkürzt. Sie kommen also schneller an die Niederlassungserlaubnis oder den deutschen Pass.

A, B, oder C: Worin unterschieden sich die Sprachzertifikate?

Sprachkenntnisse sind in unterschiedliche Niveaus – A, B, und C – aufgeteilt. Die Niveaus wiederum sind in jeweils zwei Stufen unterteilt. A1 und A2, B1 und B2 sowie C1 und C2. Insgesamt gibt es also sechs Stufen, die sich, angefangen bei sehr geringen Sprachkenntnissen (A) bis zu fast muttersprachlichen Deutschkenntnissen (C) steigern.

Die Niveaus lassen sich mitsamt der Stufen wie folgt einteilen:

A: einfache Sprachverwendung (Anfänger)

  • Sprachzertifikat A1: Sie können einfache Sätze bilden, um sich zurechtzufinden. Konkret: Sie können sich selbst mit Namen vorstellen, nach dem Weg fragen oder in einem Restaurant bestellen.
  • Sprachzertifikat A2: Die A1-Sprachkenntnisse sind für Sie Routine. Darüber hinaus können Sie sich zu Themen ausdrücken, die in Ihrem Leben eine Bedeutung spielen. Sie können zum Beispiel über Ihre Herkunft und/oder von Ihrer Ausbildung berichten.

B: selbstständige Sprachverwendung (Fortgeschrittene)

  • Sprachzertifikat B1: Sie verfügen über solide Sprachkenntnisse, um sich gut zu verständigen – auch auf Reisen innerhalb Deutschlands. Ebenso können Sie einfache Texte und Vorträge verstehen.
  • Sprachzertifikat B2: Aufbauend auf dem B2-Niveau verstehen Sie nun auch Text zu schwierigeren Themen. Sie können Diskussionen über Themen führen, in denen Sie sich gut auskennen.

C: kompetente Sprachverwendung (Experte)

  • Sprachzertifikat C1: Sie verstehen anspruchsvolle Unterhaltungen und längere Texte. Sie können spontan und fließend Gespräche – auch zu komplexen Themen – führen und müssen nur selten nach den passenden Worten suchen.
  • Sprachzertifikat C2: Mühelos verstehen Sie alles, was Sie hören und können Informationen, ob mündlich oder schriftlich, zusammenfassen, erklären und begründen. Komplexe Sachverhalte können Sie im Detail wiedergeben und erläutern.

Aufteilung Sprachniveaus und Stufen

Tipp: Die Angaben zu den einzelnen Niveaus beziehungsweise Stufen kann Ihnen zur Selbsteinschätzung dienen. Möchten Sie ein deutsches Sprachzertifikat erlangen, gleichen einfach Sie Ihre Fähigkeiten mit den beschriebenen Fortschritten ab. Zudem können Sie auf der Seite des Goethe-Instituts für ein Sprachzertifikat Ihre Sprachkenntnisse testen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Einteilung aller Sprachzertifikate auf dem sogenannten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, kurz GER oder GeR, basiert. Das erklärt auch die Abkürzung GER, die sich häufig hinter dem geforderten Niveau nebst Stufe findet, zum Beispie: B1-Niveau GER.

Wann ein Sprachzertifikat benötigt wird

Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen Sie Ihre Sprachkenntnisse nachweisen müssen. Befinden Sie sich bereits in Deutschland, ist ein Sprachzertifikat mit Blick auf ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht von großer Bedeutung. Dabei kommt vor allem das B1-Niveau zum Tragen.

Sprachzertifikate für Aufenthaltstitel

Möchten Sie eine Niederlassungserlaubnis oder Ihre Einbürgerung beantragen, benötigen Sie ein B1-Sprachzertifikat. Sie müssen also in der Lage sein, sich weitestgehend frei zu verständigen.

Wollen Sie nach Deutschland einreisen, um eine Arbeit aufzunehmen, zu studieren oder eine Ausbildung zu beginnen, benötigen Sie unter Umständen bereits vor Ihrer Einreise ein Sprachzertifikat. Das benötigen Sie, um Ihr Visum zu beantragen. Die Anforderungen können dabei unterschiedlich sein.

Deutsche Sprachzertifikate zur Aufnahme einer Arbeit

Wollen Sie als Fachkraft mit Berufsausbildung nach Deutschland einreisen, um sich einen Arbeitsplatz zu suchen, müssen Sie in der Regel Deutschkenntnisse auf B1-Niveau für Ihr Visum nachweisen.

Sprachzertifikate für Studierende

Möchten Sie sich für einen deutschen Studiengang einschreiben, müssen Sie die von der Universität geforderten Sprachkenntnisse vorweisen.

Sprachkenntnisse für Auszubildende

Reisen Sie nach Deutschland ein, um sich hier einen Ausbildungsplatz zu suchen, benötigen Sie für Ihr Visum in aller Regel ein B2-Sprachzertifikat beziehungsweise entsprechende Sprachkenntnisse. Haben Sie bereits einen Ausbildungsplatz, sind Kenntnisse auf B1-Niveau oft ausreichend.

Visum zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation

Möchten Sie in Deutschland Ihre Berufsqualifikation anerkennen lassen, benötigen Sie für das Visum Kenntnisse, entsprechend einem Sprachzertifikat auf A2-Niveau. Einfaches Deutsch, das einer gewissen Routine entspricht, genügt hier also.

Ehegattennachzug: Das ist wichtig

Auch wenn Deutschkenntnisse wichtig sind, um sich schnell in die Gesellschaft und/oder das Berufsleben zu integrieren – beim Nachzug von Ihrer Partnerin beziehungsweise Ihres Ehepartners macht der Gesetzgeber Abstriche. Das gilt allerdings nur, wenn Sie einen bestimmten Aufenthaltstitel wie zum Beispiel die Blaue Karte EU, eine Aufenthaltserlaubnis für Fachkräfte oder eine Niederlassungserlaubnis für hochqualifizierte Fachkräfte besitzen.

In dem Fall braucht es keinen Sprachnachweis, weder für Ehegatten noch für Kinder.

Hinweis: Sprachkenntnisse auf A1-Niveau

Besitzen Sie keinen Aufenthaltstitel, der Ihre Partnerin beziehungsweise Ihren Ehepartner vom Sprachtest befreit, gelten andere Regeln. Dann muss ein Sprachzertifikat auf A1-Niveau bei Ehegattennachzug nachgewiesen werden.

Sprachzertifikat machen: Wie und wo wird getestet?

Möchten Sie dauerhaft in Deutschland bleiben und für den entsprechenden Aufenthaltstitel ein Sprachzertifikat erhalten, ist es wichtig, dass Sie die Prüfung bei einem anerkannten Anbieter machen. Dabei gibt es verschiedene Einrichtungen, die Sprachtests anbieten – in Deutschland sowie teilweise international. Einige davon finden Sie im Folgenden:

  • Goethe-Institut: Ein Goethe-Sprachzertifikat wird international anerkannt. Das Institut bietet Prüfungen für alle sechs Stufen der drei Sprachniveaus an. Ob für einen bestimmten Aufenthaltstitel oder zur Aufnahme eines Studiums – mit dem Zertifikat sind Sie auf der sicheren Seite.
  • telg GmbH: telc-Zertifikate werden bei Einbürgerung ebenso anerkannt wie bei Ehegattennachzug. Die telc GmbH kooperiert mit der Bundesregierung für die Sprachprüfung bei Integrationskursen.
  • ECL: Ein ECL-Sprachzertifikat ist nicht für alle Sprachstufen erhältlich. So werden Prüfungen nur für die Niveaus A2, B1, B2 und C1 angeboten. Dennoch werden die Zertifikate vom Auswärtigen Amt, den Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und vom Staatssekretariat für Migration (SEM) als Nachweis für allgemeine Sprachkenntnisse anerkannt.
  • Volkshochschule: Deutschlandweit sind die Volkshochschulen ein anerkannter Anbieter, wenn es um Sprachzertifikate geht. Dabei bieten die Institute ebenfalls entsprechende Sprachkurse zur Vorbereitung an.

Anerkannte Sprachzertifikate: Wie schwer sind die Prüfungen?

Viele Ausländerinnen und Ausländer zweifeln an Ihren Fähigkeiten und fragen sich, ob ihr Deutsch ausreicht, um einen Deutschtest zu bestehen. Zweifeln auch Sie an Ihren Sprachkenntnissen, testen Sie diese, um mehr Sicherheit zu erlangen. Es gibt unterschiedliche Online-Anbieter, die es Ihnen ermöglichen, Ihre Sprachkenntnisse einzuordnen und gleichzeitig Übungen bereitstellen, damit Sie sich auf Ihren Deutschtest vorbereiten können.

Eine pauschale Aussage zu den Schwierigkeitsgraden von Prüfungen lässt sich nur schwer fällen. Die Empfindungen gehen hier sehr weit auseinander.

Sprachtest nicht bestanden – was nun?

Haben Sie Ihren Sprachtest nicht bestanden, ist das zwar ärgerlich. Sie können die Prüfung jedoch zu jederzeit beliebig oft wiederholen. Natürlich müssen Sie dann erneut für die Kosten aufkommen.

Ablauf: Das sind die Schritte zu Ihrem Zertifikat

Sofern Sie den für sich passenden Anbieter für Ihr Sprachzertifikat gefunden haben, müssen Sie sich im ersten Schritt zur entsprechenden Prüfung anmelden. Prüfungsort und -termin sind dabei oft flexibel. Informieren Sie sich über Ihre Optionen.

Wichtig: Vorausschauend planen

Planen Sie ausreichend Zeit im Voraus ein. Je nach Anbieter kann es dauern, bis Ihnen die Prüfungsergebnisse mitgeteilt werden. Wartezeiten von bis zu zwei Monaten sind dabei möglich.

Die Prüfung selbst besteht in der Regel aus zwei Teilen:

  1. Hören, Lesen und Schreiben
  2. mündliche Prüfung

Grundsätzlich sollten Sie sich für Ihr Sprachzertifikat ein paar Stunden Zeit einplanen. Erfragen Sie im Zweifelsfall, mit welcher Prüfungsdauer Sie rechnen müssen.

Kosten: Wie teuer ist ein Sprachzertifikat?

Wie teuer ein Sprachzertifikat ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Zum einen ist das von Ihrem Sprachniveau abhängig. Zum anderen können benötigte Sprachkurse als Voraussetzung für ein Zertifikat bei den Kosten eine Rolle spielen.

Müssen Sie als Vorbereitung auf ein Zertifikat einen Sprachkurs absolvieren, fallen in der Regel höhere Kosten an, als wenn Sie nur an einer Prüfung teilnehmen.

Haben Sie das Sprachzertifikat jedoch erst einmal in der Tasche, ist es unbegrenzt gültig. Sofern Sie bestehen, fallen die Kosten also nur einmalig an.

Der schnellste Weg zum deutschen Pass

  • Erfahrene Anwältinnen und Anwälte
  • Unkomplizierte Abläufe
  • Persönliche Betreuung 

Quellen:

Sprachzertifikat: Häufig gestellte Fragen

Wie lange ist ein Sprachzertifikat gültig?

Ein Sprachzertifikat besitzt keine Gültigkeit. Haben Sie einmal eines erhalten, können Sie damit dauerhaft Ihre Kenntnisse nachweisen.

Was kostet ein Sprachzertifikat?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Für manche Sprachzertifikate braucht es einen zusätzlichen Sprachkurs. Die Kosten sind in einem solchen Fall höher. Zudem hängt es mitunter auch vom jeweiligen Niveau ab. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Prüfstelle vor Ort.

Welche Deutsch-Zertifikate gibt es?

Insgesamt gibt es sechs Stufen, die bei Deutschkenntnissen unterschieden werden. Die sind in drei unterschiedliche Niveaus unterteilt: A, B und C. Was konkret dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Was ist ein Sprachzertifikat B1 auf Deutsch?

Mit dem Sprachzertifikat auf B1-Niveau weisen Sie fortgeschrittene Sprachkenntnisse nach. Bei Gesprächen über Themen, die Ihnen bekannt sind, können Sie mitreden und sich austauschen.

Wie bekomme ich ein Sprachzertifikat?

Um ein Sprachzertifikat zu erhalten, müssen Sie eine Prüfung ablegen. Gegebenenfalls müssen Sie vorher auch einen Sprachkurs absolvieren. Das hängt vom Zweck ab, für den das Sprachzertifikat benötigt wird und vom Sprachniveau.

Fanden Sie diese Seite hilfreich?

0 / 5

Gesamt: